Sousse (arab. Soussa) gilt als drittgrößte Stadt Tunesiens. Sie ist Industrie- und Handelszentrum des Sahel. In Sousse erfolgt die Verarbeitung und der Export von Olivenöl, Obst, Leder, Textilien, Seifen und Plastikprodukten. Inzwischen auch zu einem beliebten Erholungs- und Badeort internationaler Touristen geworden. Die Stadtgründung geht auf das 9. Jh. V. Chr. Zurück. Sie war bis dahin eine phönizische Siedlung, im 4. Jh. gehörte sie zum karthagischen Einflußbereich.
Als Hafenstadt und Handelsumschlagplatz stellte sich Sousse während des 3. punischen Krieges auf die Seite der römischen Sieger und entging so der völligen Zerstörung. Unter dem Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) wurde sie zur Colonia (Bezeichnung für Siedlung außerhalb Roms) erhoben und erhielt den Beinamen Frugifera. Später unter den Byzantinern wurde sie in Justianopolis , zu Ehren des Kaisers Justinian (527-565 n. Chr.) umgetauft.
Sie wurde dann durch die Araber fast völlig zerstört und erst im 9. Jh. wieder aufgebaut. Sie erhielt nun den Namen Sousse.
Von hier aus eroberten die Araber Sizilien und im Gegenzug die Normannen Sousse. Allerdings hielt dieser Zustand nicht lange an, denn die Normannen wurden von den Almohaden (von al-Muwahidun = Bekenner der Einheit Gottes) aus Marokko vertrieben, so daß sie ihren arabischen Charakter bis heute erhalten konnte. Stadt und Hafen wurden durch Luftbombardements der Allierten im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die Franzosen bauten später eine moderne Neustadt auf und erweiterten den Hafen.
DerPlace Ferhat Hached ist Ausgangspunkt für Erkundungen in und um Sousse. Westlich davon liegt der Hafen, nördlich erstreckt sich die Neustadt mit allen öffentlichen Einrichtungen. Über die Avenue Habib Bourguiba gelangt man zu den Strandpromenaden und den imposanten Hotels, die sich auf einer Länge von 10 km am Boulevard Hedi Cheker entlang ziehen.
|
|
|
Fischereihafen von Sousse |
In südöstlicher Richtung gelangt man in die Medina (Altstadt). Sie ist vollständig ummauert und hat eine Größe von 700 x 500 m. Unmittelbar neben dem Eingang breitet sich völlig unscheinbar die Große Moschee , erbaut im 9. Jh., aus. Im Mittelalter war sie als Wehrmoschee zum Schutz des Hafens gedacht. Dabei diente das Minarett im nördlichen Teil als Signal- und Spähturm. Man sieht noch heute im südlichen Teil die Schießscharten und Wurfgeschoßnischen.
|
|
| |
|
Pferdedroschke |
Ribat |
Schräg gegenüber der Moschee befindet sich der mächtige Bau des Ribat (erbaut 821). Wie in fast allen Küstenstädten des Landes wurden die Ribate als Wehrfestungen der Glaubenskrieger genutzt. Die Krieger lebten in diesen Festungen und verschrieben sich der Verteidigung des Islam gegen die Normannen (12. Jh.) und die Spanier (16. Jh.) an der Küste von Sousse. Der Ribat ist 38 x 38 m groß und hat einen 27 m hohen Wachturm, die Ecktürme wurden erst später hinzu gebaut. Man betritt den Ribat durch ein Tor, das auf römische Säulen gestützt ist. In der Vorhalle, unter einem gewölbten Dach, sieht man Öffnungen, durch die heißes Öl auf die Angreifer gegossen wurde. Von der Vorhalle kommt man in den Arkadenhof mit den Zellen der Soldaten, der Küche und den Waschräumen. Über eine Treppe geht es zum Gebetssaal (übrigens mit der ältesten Mihrab-Gebetsnische) und zum Wachturm. Von ihm hat man eine phantastische Aussicht über die Stadt und die Umgebung.
|
|
|
| ||
|
Keramik |
Das Meer |
Teppich |
Bevor man dieSouks (Märkte/Basare) besucht, lohnt sich ein Gang zur Zaouia Zakkak , einer schönen Moschee mit Koranschule, Mausoleum und achteckigem Minarett aus dem 18. Jh., westlich des Ribat.
Von der Zaouia geht es in südlicher Richtung über die Rue El-Aghlalba weiter in den Souk Er-Raba und Souk El-Caid. Vom Bab Gharbi, dem westlichen Stadttor führt eine Straße südwestlich (siehe Wegweiser) zu den Katakomben, die eine Länge von 5,5 km haben. In ihnen befinden sich ca. 1.500 Gräber aus dem 2. Jh. n. Chr., die man während einer Führung besichtigen kann.
Vom Bab Gharbi erreicht man auch die Kasbah aus dem 9. Jh. Sie wurde in den vergangenen Jahren mehrfach renoviert und reicht mit ihrer Länge von 200 m bis zum Museum von Sousse. Im Museum findet man sehenswerte Mosaiken der römischen und byzantinischen Zeit, zahlreiche punische Grabsteine mit phönikischen Inschriften und Figuren. Einen wunderschönen Blick auf die Medina und den Hafen bietet die Terrasse des Museums (Treppe im 2. Hof links) oder die Plattform des Leuchtturms (Eingang im 2. Hof rechts).
|
|
|
| ||
|
Abendstimmung am Meer |
Wüstensöhne |
Wüste - Licht und Schatten |
Dieser Link führt Sie zum: Tunesien-Forum.
Hier können Sie private Erfahrungen austauschen und Informationen über Tunesien etc. erhalten.