Augsburger Stadtgeschichte (Augusta Vindelicum )
Augsburg gehört zu den schönsten
Städten Deutschlands. Türme, Tore, Kirchen und Bürgerpaläste, Erker und Giebel,
prachtvolle Brunnen und kostbare Figuren an den Häuserfassaden sowie andere
Kunstwerke aller Stilepochen
machen Augsburg zu einer faszinierenden Stadt.
Die Ursprünge der Stadt Augsburg gehen in das Jahr 15 vor Christus zurück. Damals regierte der Kaiser Augustus in Rom. Er beauftragte seine beiden Stiefsöhne Drusus und Tiberius die raetischen Alpenbewohner und die nördlich davon beheimateten Kelten zu unterwerfen. Am Zusammenfluss von Lech und Wertach erichtete eine römische Legion ihr Lager. Das Gebiet gehörte damals den Vindelikern. Das Lager der Römer gab den Impuls zur Gründung der römischen Stadt Augusta Vindelicum. Ab 1316 ist Augsburg Freie Reichsstadt. Die Zirbelnuss im Stadtwappen
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bekundet sich als Zeichen der römischen
Colonia Augusta
Vindelicum. Seither wird
dem Kaiser Augustus von den Augsburgern die Ehre gehalten. Seit 1593
steht auf dem Rathausplatz ein prachtvoller Brunnen mit einem
Standbild des römischen Kaisers, eine Augustusbüste befindet sich
seit 1620 im Rathaus. Die Stadt war Verwaltungszentrum und
bedeutender Handelsplatz an einem Schnittpunkt des römischen
Straßennetzes. Die Via Claudia entlang der Flüsse Lech und Etsch war die wichtigste
Verbindungsstrasse nach Italien. Auf ihr zogen von Augsburg aus deutsche Kaiser
und Könige und Augsburger Kaufleute nach Süden.
Augsburg wurde zur europäischen
Handelsmetropole und gehörte 400 Jahre zum römischen Reich.
Grundlage von Reichtum und Wohlstand war der Augsburger
Barchent(Baumwollflanell) , gefertigt aus heimischem Leinen
und venezianischer Baumwolle. Augsburger Kaufleute erweiterten den
Warenhandel zu Montan- und Finanzgeschäften. Das war die Zeit der
Fugger und Welser.
Unter Jakob Fugger der
Reiche wurde 1519 für
arme Mitbürger die erste und heute älteste Sozialsiedlung der Welt
gebaut. In den 6 Straßen der Fuggerei
stehen 67 Reihenhäuser mit 147 Wohnungen, ein
Verwaltungsgebäude, das Markuskirchlein, ein alter
Pumpbrunnen vor der Kirche und der
Schalenbrunnen in der Herrengasse zur Fuggerei. Die Jahresmiete beträt noch heute einen rheinischen
Gulden, das entspricht 0,88 Euro. Die Fuggerei ist durch 4 Tore zu erreichen, die
jeden Abend um 22.00 Uhr geschlossen werden. Für 10 Cent wird wie
früher das Ochsentor nach 22.00 Uhr geöffnet.
Wer Mieter in der Fuggerei werden will, muß geborener Augsburger sein, verheiratet und katholisch. Außerdem muss er einen tadellosen Leumund besitzen und arm sein. Die Hausordnung der Fuggerei sieht noch heute vor, dass jeder Mieter täglich ein Vater unser und ein Ave Maria für die Stifter beten muss.
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Fuggerei |
Rathaus und Perlachturm |
Maximilian-Museum |
Im Mittelpunkt der Altstadt befinden sich die Wahrzeichen der Stadt. Neben dem Renaissancebau des Rathauses (mit dem Goldenen Saal , einem Wunderwerk der Baukunst = 17 m breit, 32 m lang, an 27 Ketten in 14 m Höhe aufgehängt) streckt der 78 m hohe Perlachturm seinen Glockenturm in den Himmel und bietet einen schönen Rundblick auf die Stadt. Sowohl das Rathaus als auch die Glockenlaterne des Turmes entstanden nach Plänen des Stadtbaumeisters Elias Holl zwischen 1614 und 1620. Er prägte durch seine Bauten das unverwechselbare Bild der Stadt.
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St. Ulrich und Afra |
St. Anna |
Saal im Schaetzlerpalais |
Zeughaus |
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Augsburger Dom bei Nacht |
Augsburger Dom bei Tag |
Auch mit der Geschichte der Reformation ist
Augsburg eng verbunden. Auf dem Reichstag 1530 wurde dieConfessio Augustana
verkündet. Dieses Augsburgerische Bekenntnis ist
heute Glaubensdokument für 70 Mio. Lutheraner in aller Welt.
Augsburg war als Bischofsstadt Hort christlicher Kunst. Die Bischhofskirche, der romanisch-gotische Dom
, hat eine tausendjährige Bronzetür, die ältesten
figürlichen Glasfenster der Welt und Altargemälde von Hans Holbein
d.Ä. Weitere Kunst- und Baudenkmäler sind
das Holbeinhaus,
das Katharinenkloster und das Schaezler-Palais.
In der Zeit der Renaissance war Augsburg
Zentrum für Architektur, Musik und Malerei, im Rokokko Zentrum der Gold- und
Silberschmiedekunst. Doch nicht nur dadurch war Augsburg geprägt.
Auch die Industrie hielt ihren Einzug. So entstand hier die größte
Textilmanufaktur des 18. Jh., die erste
deutsche Zeitungsrotationsmaschine wurde in Augsburg gebaut, die
erste Linde-Kälte-Maschine hergestellt und der erste Diesel-Motor
der
Welt.
Augsburg ist auch die Vaterstadt des Dichters Bertolt Brecht .
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Bertolt Brecht |
Hochablaß am Lech |